Vier Tage wilder Osten – Ziel erreicht!

Mittwoch, 12. September

Ganz anders ist die M2, auf der wir nun von Süden aus Richtung nach Moskau fahren. Die Straße hat drei Richtungsfahrbahnen und ist auf 80 Kilometern beleuchtet! Über die Straße erreichen wir relativ schnell unsere Abfahrt.

Nach der anstrengenden Fahrt hat Sylwester Durst auf ein Bier vor dem Schlafengehen. An den Tankstellen wird aber kein Alkohol mehr verkauft. Mitten in der Nacht finden wir aber einen kleinen Supermarkt, der uns zwei Dosen russisches Bier der Marke „Botschka“ abtritt. Um exakt 1.39 Uhr kommen wir an der Entladestelle bei FM Logistic an. Auf dem Parkplatz stoßen wir auf die erfolgreiche Reise an, stellen den Wecker auf 8.00 Uhr und legen uns schlafen.

Am anderen Morgen mache ich mich auf zur Toilette. Wie von Sylwester angekündigt, erwarten mich haarsträubende Zustände. Obwohl vor dem hochmodernen Logistikzentrum täglich 50 LKW auf die Entladung warten, gibt es für die Fahrer nur vier Dixi-Klos. Den Zustand möchte ich nicht beschreiben. Eine Dusche oder ein Waschbecken suche ich vergeblich. Dabei weiß ich, dass unsere Fahrzeuge dort schon zwei Tage auf die Entladung gewartet haben.

Auf unserer Fahrt geht es zum Glück schneller. Die Anmeldung ist schnell erledigt, schon um 11 Uhr werden wir zur Entladung gerufen. Ich als Beifahrer darf das Gelände aber nicht betreten. Also warte ich vor dem Tor, schlendere über den Parkplatz und schaue mir das riesige Gelände an. Dabei stelle ich mir die Frage, wer bei der Planung die Bedürfnisse der Fahrer vergessen hat.

Sylwester reist mich aus den finsteren Gedanken. Die Schokolade ist entladen, wir treten den Heimweg nach Polen an. Was mich als Spediteur wundert und wurmt: Wir sind leer. Das hat natürlich Gründe: Ladungen aus Russland in den Westen sind rar gesät, daher liegen die Frachtpreise am Boden. Es lohnt sich für einen polnischen Unternehmer nicht, einen Umweg zu fahren, um Ladung aufzunehmen. Auch das gibt mir zu denken.

Der Trip ist fast geschafft. Nun beginnt die Rückreise…

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