25.11.2025, von Transco Team
Christian Bücheler, CEO der Transco-Gruppe mit Sitz in Singen, hat schon einige Höhen und Tiefen im Kombinierten Verkehr mitgemacht. Die aktuelle Situation ist aber in seinen Augen besonders bemerkenswert.
Demnach haben Speditionen und Logistiker schon die Trassenpreiserhöhung auf der Schiene von 2025 in Höhe von 15 Prozent schlucken müssen, 2026 sind weitere 16 Prozent im Gespräch.
„Im Gespräch, nicht fest – es ist Mitte November und wir wissen immer noch nicht, was 2026 auf uns zukommt. Es ist scheinbar immer noch nicht möglich, das rechtzeitig zu kommunizieren“. Dabei sind laut Bücheler sowohl die Planungen bei Transco als auch die Budgets bei den Kunden für das kommende Jahr bereits fertig. „Sollten wir im Januar mit weiteren Preiserhöhungen daherkommen, machen die Kunden nicht mit“, sagt der Transportprofi – leider sei das aber inzwischen ein regelmäßiges Vorgehen.
Was ihm außerdem aufstößt: Die Speditionen und Logistiker mussten zum Dezember 2023 auch die Mauterhöhung und die Mautausweitung auf 3,5 Tonnen akzeptieren. Die Hälfte der Einnahmen, die ja auch von den Speditionen und Logistiker bestritten werden, gehen in die Schieneninfrastruktur.
Und die Preise auf der Schiene, so Bücheler, steigen noch dazu überproportional zur Lkw-Maut. „Inflationsbedingte Preiserhöhungen lasse ich mir noch gefallen, aber alles andere bedeutet ein maximales Ungleichgewicht für alle, die im KV unterwegs sind“.
Insbesondere, weil auch die Zuverlässigkeit alles andere als zufriedenstellend sei – laut dem Transco-Chef liege die zwischen 55 und 60 Prozent.
„Natürlich kann ein Streik, ein Unfall auf der Strecke oder auch Baumaßnahmen mal vorkommen. Aber wenn sechs Züge ankommen, vier aber nicht, dann fragt der Kunde auch, warum er den vollen Preis für nur 60 Prozent der versprochenen Leistung zahlen soll. Geschweige denn, dass er eine Preiserhöhung bei der Qualität mittragen soll“.
Vor allem die Deutsche Bahn liefere miserabler Qualität, eine mäßige Kommunikation beim Baustellenmanagement und dann auch noch willkürliche Preiserhöhungen.
„Das alles macht die Bahn im Güterverkehr nicht mehr attraktiv, termingebundene Sendungen kann man aktuell nicht mehr über die Schiene abwickeln“.
Die Folge: Im Vergleich zu den Vorjahren wickle der Dienstleister, der vor allem im internationalen Verkehr auf Intermodal setzt, bis zu 15 Prozent weniger Sendungen auf der Schiene ab, Tendenz steigend.
Vor allem Kurzstrecken, etwa von Mailand nach Singen, werden inzwischen mehr per Lkw bewältigt, denn hier machen sich die Probleme laut Bücheler stärker bemerkbar als bei Relationen, auf denen der Zug zwei bis drei Tage unterwegs ist. 70 Prozent der Transporte nach Italien wickelt Transco bislang auf der Schiene ab, die längeren Strecke, etwa von Busto Arsizio nach Mannheim, haben noch eine zufriedenstellende Bilanz.
„Wir machen seit 30 Jahren Kombinierter Verkehr und stehen auch weiter dazu. Aber wenn das so weiter geht., lässt sich das wirtschaftlich nicht mehr realisieren“, sagt der CEO.
Preis und Qualität müssen seiner Ansicht nach besser werden – insbesondre auch mit Blick auf die weiteren Baustellenaktivitäten der Bahn und ihrer Infrastrukturtochter DB InfraGo.
„Die Umleitung etwa vergangenes Jahr bei Ludwigshafen hat die Umlaufzeiten verlängert und war teurer – die Kunden mussten also mehr bezahlen, ohne mehr zu bekommen. Und das zieht sich durch die nächsten Jahre“.
Sein Vorschlag: „Man sollte den Verantwortlichen der DB mal die Dienstfahrzeuge wegnehmen und sie verpflichten, selbst mit der Bahn zu fahren. Vielleicht würde das einen Wechsel herbeiführen“.
Von dem Problem mit den Bremssohlen in der Schweiz sind auch Bahnkunden betroffen. Wie Transco aus Singen, wie CEO Christian Bücheler berichtet, Die Schweizer Hupac, einer der wichtigsten Anbieter im Alpentransit für Transco, habe im Rahmen eines Förderprogramms fast alle Wagen auf die Gussbremssohlen umgestellt.
„Die Hupac braucht aufgrund der kürzeren Wartungsintervalle, die an die Kilometerleistung gebunden sind, und den Ausfällen deutlich mehr Wagenmaterial – anteilig macht sich das auch bei uns als Kunden bemerkbar“.